skip to content
Christian Mantey

Christian Mantey
Postfach 440510
12005 Berlin

Tel.: (+49) 30 81451767
Mobil: 0177 421 82 42

E-Mail: kontakt(at)kulturagent.eu
Website: www.kulturagent.eu


Franz Kafka - Ein Bericht an eine Akademie - gelesen von Hans-Jörg Große

Georges Seurat - Der Zirkus - 1891 - Postkarte für: Franz Kafka - Ein Landarzt - Auf der Galerie - gelesen von Hans-Jörg Große

Rainer Maria Rilke - EINSAMKEIT - gelesen von Hans-Jörg Große

Franz Kafka - Betrachtung - Die Bäume - gelesen von Hans-Jörg Große - Hörbuchproduktion - 2008

Franz Kafka - Brief an den Vater - gelesen von Hans-Jörg Große - Hörbuchproduktion - 2009

Rainer Maria Rilke - Der Panther - gelesen von Hans-Jörg Große - Berlin, 2009

Rainer Maria Rilke - Herbsttag - gelesen von Hans-Jörg Große - Herbstblatt - Berlin, 2009

Franz Kafka - Das Urteil - gelesen von Hans-Jörg Große

 

 

 

 

 

 

Gästebuch

 

Ins Gästebuch eintragen

Hans-Jörg Große kontakt@hans-joerggrosse.de http://www.hans-joerggrosse.de 01 Jun 2010 17:26
Lieber Christian,

ich danke dir herzlich für einen unvergesslichen Geburtstag und die wunderbaren Geschenke!
Auf das Konzert von Hannes Wader und Konstantin Wecker am 10. Juni freue ich mich riesig!

Liebe Grüße und DANKE,

Jörg
Kaufes91 kaufes91@web.de 27 Dec 2009 15:15
Sehr geehrter Herr Mantey,

ich bin Schüler einer 13. Klasse in Heilbronn und meine GFS geht um das Verhältnis von Franz Kafka und sein Vater. Der literarische Brief dient dazu als Interpretationsaufsatz. Nun suche ich schon seit mehreren Tagen im Internet nach einer geeigeten Interpretation dieses Briefes. Durch Zufall bin ich auf ihre Seite gekommen und da Sie sich so gut mit Kafka auskennen wollte ich Sie fragen, ob Sie mir, wenn Sie Zeit haben, Interpretationsansätze für den Brief bitte schicken könnten.

Ich würde mich sehr darüber freuen wenn Sie auf diese E-Mail antworten könnten.

--------------

Hallo Kaufes91,

"Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet."

Mit diesem Satz beginnt Franz Kafka seinen Roman "Der Process", und was darauf folgt, ist die Odyssee einer Person, die versucht, gegen eine Macht anzukämpfen, die sie weder bestimmen noch wirklich identifizieren kann.

Der "Brief an den Vater" wird immer wieder und gern als Schlüssellektüre angeführt, wenn es darum geht, Zugang zum literarischen Werk von Franz Kafka zu bekommen. In vielerlei Hinsicht wird dies auch richtig sein. Wer sich nun tatsächlich mit Hilfe des Briefes an den Literaten Franz Kafka wagt, wird mit Sicherheit genügend Material finden, um die Themen, mit denen sich Franz Kafka in seinem Werk beschäftigt hat, auf den Vater-Sohn-Konflikt zu beziehen.

Wenn man sich auf diese Weise Franz Kafka nähert, sollte man sich vielleicht bei einer Interpretation des Briefes auf mögliche Parallelen in seinem Werk konzentrieren und versuchen den Charakter des Konfliktes bzw. das Dilemma und seine Folgen herauszuarbeiten.

Was folgt z.B. aus der Angst, die uns hindert oder die als Hinderungsgrund vorgegeben wird, einen Konflikt gegen eine Macht auszutragen, von der wir wissen oder auch nur vermuten , dass sie für uns zu groß und stark ist?

Wir werden in Franz Kafkas Werk immer wieder Stellen finden, die uns in einen ganz bestimmten Gefühlszustand versetzen. In seinem Brief beschreibt Franz Kafka z.B. die folgende Begebenheit:

"Direkt erinnere ich mich nur an einen Vorfall aus den ersten Jahren, Du erinnerst Dich vielleicht auch daran. Ich winselte einmal in der Nacht immerfort um Wasser, gewiss nicht aus Durst, sondern wahrscheinlich teils um zu ärgern, teils um mich zu unterhalten. Nachdem einige starke Drohungen nicht geholfen hatten, nahmst Du mich aus dem Bett, trugst mich auf die Pawlatsche und liessest mich dort allein vor der geschlossenen Tür ein Weilchen im Hemd stehn. Ich will nicht sagen, dass das unrichtig war, vielleicht war damals die Nachtruhe auf andere Weise wirklich nicht zu verschaffen, ich will aber damit Deine Erziehungsmittel und ihre Wirkung auf mich charakterisieren. Ich war damals nachher wohl schon folgsam, aber ich hatte einen innern Schaden davon. Das für mich Selbstverständliche des sinnlosen Ums-Wasser-bittens und das ausserordentlich Schreckliche des Hinausgetragen-werdens konnte ich meiner Natur nach niemals in die richtige Verbindung bringen. Noch nach Jahren litt ich unter der quälenden Vorstellung, dass der riesige Mann, mein Vater, die letzte Instanz fast ohne Grund kommen und mich in der Nacht aus dem Bett auf die Pawlatsche tragen konnte und dass ich also ein solches Nichts für ihn war."

Immer wieder führt Franz Kafka uns vor Augen, inwieweit das grundlegende Recht auf eine seelisch-körperliche Unversehrtheit ins Wanken geraten kann. Dass es gesellschaftliche Zustände geben kann (auch im Privaten), die uns machtlos und ohnmächtig machen können und denen wir ausgeliefert sind, ohne Hoffnung auf eine vernünftige, bisher vielleicht sogar noch selbstverständliche Ordnung.

Bertholt Brecht sagte einmal zu Walter Benjamin, Kafkas Thema sei „das Staunen eines Menschen, der die ungeheure Verschiebung in allen Verhältnissen sich anbahnen fühlt, ohne den neuen Ordnungen sich einfügen zu können.“ (Walter Benjamin, Gesammelte Schriften VI, S. 433)

Einige bekannte Stücke Kafkas, die um dieses Thema kreisen, sind insbesondere: "Die Verwandlung", "Der Prozess", "Das Schloss", "Vor dem Gesetz" und "Das Urteil".

Schwierig bei dieser Annäherung aber ist immer wieder, dass wir es uns durch diese Reduktion etwas zu leicht machen und die ganze Sache doch sehr vereinfacht und eindimensional betrachten. Der Zugang zu Kafka und dem, was wir damit zu tun haben könnten, geht dabei verloren. Aber dies ist vielleicht ein Nachteil, den alle Wissenschaften haben: Sie sehen irgendwann den Wald vor Bäumen nicht mehr.

"Denn wir sind wie Baumstämme im Schnee. Scheinbar liegen sie glatt auf und mit kleinem Anstoß sollte man sie wegschieben können. Nein, das kann man nicht, denn sie sind fest mit dem Boden verbunden. Aber sieh, sogar das ist nur scheinbar." (Die Bäume - Franz Kafka – Betrachtung)


Mit freundlichen Grüßen

Christian Mantey

Hans-Jörg Große kontakt@hans-joerggrosse.de http://www.hans-joerggroße.de 18 Dec 2009 01:22
Lieber Christian,

noch ist es eine Woche hin bis Heiligabend, und doch hast du bereits das wohl schönste Weihnachtsgeschenk bekommen, das man sich vorstellen kann: Dein Söhnchen hat sich entschlossen, diese Welt mit seinem Dasein zu bereichern! Er hat sich die besten Eltern ausgesucht, die zu haben waren. Seine Mutter wird ihn mit Liebe und Fürsorge umhüllen, und einen liebevolleren und besseren Vater als dich kann ein Kind nicht haben. Sein großer, wunderbarer Bruder hat das schon getestet und kann bereits seit über sechseinhalb Jahren bestätigen, was für phantastische Eltern ihr seid.
Ich gratuliere euch von ganzem Herzen und wünsche dem neuen Erdenbewohner ein Leben voller Glück!
Sei herzlich willkommen, du Winterwunderkind!

Alles Liebe

Jörg
Antonia 03 Sep 2009 11:28
Hallo lieber Christian, nach längerer Myspaceabstinenz aufgrund einer längeren Ortsabwesenheit schlendere ich nun mal wieder so durch deine Seiten und entdecke Neues und Entwicklungen. Ich sende dir einen Gruß aus meinem Herzen und hoffe das alles sich gut anläßt.Alles Liebe von Antonia
Britta Abendroth 05 Aug 2009 19:18
Hallo Facebook-Freund! :-)

Bin mal ein bisschen stöbern gekommen.
Kann ich gut nachvollziehen, dass man ein Mathe-Studium schmeißt. ;-P

Viele Grüße aus Rudow!
Hans-Jörg Große http://www.hans-joerggrosse.de 19 Jul 2009 12:15
Lieber Christian,

ich lasse es mir nicht nehmen, hier der Erste zu sein.
Es ist schön zu sehen, wie deine Seite sich entwickelt. Das ist gut so, denn es passt zu den ja auch ansonsten guten Entwicklungen!
Der gestrige Tag wird mir als sehr schön und abwechslungsreich in Erinnerung bleiben. Und noch immer schwingen die Klänge nach, die du deiner Gitarre entlockt hast.

Herzliche Sonntagsgrüße sendet dir

Jörg
 
1-6 von 6